Wenn wir die erschreckenden Daten über die tägliche Gewalt in den Familien zur Kenntnis nehmen, wirkt der einseitig öffentlich geschürte hysterische Umgang mit dem Phänomen „sexueller Kindesmissbrauch“ wie eine Alibi-Bewegung, die über den eigentlichen allgemeinen Gefühls-Notstand und die emotionale Verwahrlosung in Familie und Gesellschaft hinwegtäuschen soll. Lustlosigkeit, Ablehnung, Aversion gegenüber Kindern ist in Deutschland fast überall schmerzlich spürbar. Ein kurzer Blick auf die Straßen genügt, wenn Leute entzückt um einen kleinen Hund herum stehen und das Kind im Kinderwagen daneben unbeachtet bleibt. Für die Belange des Kindes interessiert sich der „Normalbürger“ insgesamt wenig, aber sobald er von "sexuellem Missbrauch" hört, gerät sein Gemüt in Wallung, was letztlich mehr über ihn aussagt als über den Tatbestand. Eine neue Art Pharisäertum ist entstanden: die lauthals gezeigte, selbstgerechte Empörung über "Kinderschänder", verbunden mit der Forderung, diese an Bäumen aufzuhängen, bietet die dunkle Kulisse für jene, die danach zu Hause ihren eigenen Familien das Leben zur Hölle machen, auf ihre Art und Weise der Gewalt, und sei diese noch so subtil. Von dem sexuellen Delikt kann man sich nach außen hin demonstrativ überheblich moralisch absetzen, doch wird gerade dabei der eigentliche Notstand kaschiert: der allgemeine Mangel an Lebens- und Gefühls- Kultur in Deutschland. Der ganze Aufsatz, Teil I-III, wurde jetzt auch bei der ITP Schweiz veröffentlicht, http://www.itp-arcados.net/wissenschaft.php, s. auch den Vortrag v. Prof. Dr. H. Kupffer, Charité Berlin: „Kindesmissbrauch: Aufklärung oder Hexenjagd?"
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