Der Titel des Romans "Das Leben liegt in den Zwischenräumen", K. Fischer Verlag 2006, ist ein Teilzitat von A. N. Whitehead (Mathematiker, Physiker, Philosoph): "Das Leben liegt in den Zwischenräumen jeder lebenden Zelle und in den Zwischenräumen des Gehirns verborgen", aus seinem Hauptwerk "Prozess und Realität" (stw 690, S. 206). Die Autorin überträgt den Gedanken des "Zwischenräumlichen" auf die verschiedensten Lebensbereiche, Situationen, Momente ihrer Figuren: "Zwischenräume" werden dabei zu bewusst empfundenen intensiven Freiräumen, Möglichkeiten, die den bloßen Ablauf des Alltags, die gewohnten Um-zu-Strukturen des Lebens unterbrechen, aufbrechen, durchbrechen. Lose miteinander verbundene Erzählstränge, Szenen, Skizzen entdecken, verfolgen, reflektieren mosaikartig, netzartig die Geschehnisse im Leben zweier Frauen über Jahre, Marie- Philosophin und Anne-Geigerin... (auch für Frauen geschrieben, aber kein Frauenbuch!) Im 8. Kap. geht es u.a. um Mutmaßungen der unbefangenen Irene über die Missbrauchsgeschichte von Christian, Maries Lebenspartner.
Die Protagonisten in Maria Reineckes Debütroman erscheinen "als leibliche Wesen, die wie Engel durchsichtig werden, sich selbst und dem teilnehmenden Leser". (Gernot Böhme)
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